GRÜNE: „Stolpersteine“ für Bad Camberg
Die GRÜNEN begrüßen das Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern soll und sprechen sich für eine Umsetzung in Bad Camberg aus. Sie haben mit CDU und SPD Kontakt aufgenommen, um zu erreichen, dass alle Parteien in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 5. September dieses Projekt unterstützen. Die Art der Umsetzung soll im Ausschuss für Kur, Kultur und Tourismus beraten werden.
Zahlreiche Städte in Deutschland beteiligen sich zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus an dem Projekt „Stolpersteine“. Seit 1997 verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig vor den Häusern von Menschen, die dem Terror des Nationalsozialismus zum Opfer fielen, so genannte Stolpersteine. Dabei handelt es sich um kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen und tragen die Inschrift: „Hier wohnte/lebte/wirkte…“ und darunter das Geburtsdatum und das weitere Schicksal des genannten Menschen, zum Beispiel Deportationsdatum, Todesort und Todesdatum.
Die „Stolpersteine“ sind kleine, dezentrale Denkmäler. „Wer über die Steine ‚geistig stolpert‘, wird daran erinnert, dass die Opfer des deutschen Faschismus hier als unsere Nachbarn lebten und wirkten, bis sie aus ihren Häusern geholt, verschleppt und ermordet wurden, weil sie nicht in das Menschenbild der Nationalsozialisten passten“, so Stadtverordnete Heike Hannappel. 1938 lebten in der Stadt noch 69 jüdische Mitbürger, 1945 gab es in Camberg keine Juden mehr. Die letzten Wohnorte in Camberg der vertriebenen und deportierten Juden sind bekannt.
Bis Juli 2012 wurden in Europa in 770 Kommunen 36.000 „Stolpersteine“ verlegt; in Deutschland haben über 650 Gemeinden „Stolpersteine“, darunter Wiesbaden, Frankfurt und Hofheim. Ein „Stolperstein“ kostet 120 €. „Die Stolpersteine könnten über Spenden und Patenschaften finanziert werden, wobei die Stadt in angemessener Weise für das Projekt werben sollte“, erklärte Fraktionsvorsitzender Dieter Oelke.
Foto: „Stolpersteine“ in der Herderstraße in Wiesbaden, die auf das Schicksal einer jüdischen Familie hinweisen.
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