Zu Beginn des neuen Jahres hatte der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen zu seinem traditionellen Neujahrsempfang geladen: dieses Jahr zum ersten Mal nach Oberselters. Im hellen und freundlichen Ambiente des Bürgerhauses waren Sektempfang und Imbiss angekündigt. Frühlingshafter Blumenschmuck und Parteibanner begrüßten die Gäste. Eingeladen waren alle an der Politik der Grünen Interessierte. Auch drei prominente Gäste wurden erwartet: Mathias Wagner (Fraktionsvorsitzender im Hessischen Landtag), Ayşe Asar (Mitglied des Bundestages) und Sarah Eufinger-Waldraff (Spitzenkandidatin der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung). Auf dem Programm standen Informationen zur Bad Camberger Kommunalpolitik sowie ein Ausblick auf die Parteiarbeit im neuen Jahr und das Programm für die in 2026 anstehende Kommunalwahl. So konnten sich in diesem Rahmen auch die für die Wahl am 15. März antretenden Kandidaten vorstellen.
Nachdem Sarah Eufinger-Waldraff die Ehrengäste angekündigt hatte, darunter Bad Cambergs Bürgermeister Daniel Rühl (CDU), übergab sie das Wort an Mathias Wagner. Dieser würdigte zunächst Ursula und Dieter Oelkes besondere Verdienste für die Bad Camberger Grünen in der Partei und den kommunalen Gremien. Seit 41 Jahren sind sie schließlich Parlamentarier. Wie Wagner betont, seien sie „Grüne der ersten Stunde“ und beide seien „Erfinder der Küchentischgespräche gewesen, und nicht wie allgemein angenommen, Robert Habeck“. Nach „einem politischen Leben für die Bad Camberger Grünen“ scheiden sie in diesem Jahr aus der parlamentarischen Arbeit aus. „Damit endet eine Ära für die Hessischen Grünen“, so Landtagsmitglied Wagner unter anhaltendem Beifall der anwesenden Gäste. Die beide Jubilare bekamen zum Abschied Blumen und Theaterkarten, aber auch Ehrennadeln der Partei überreicht.
Im Anschluss gab es neben Neujahrswünschen vor allem ernste Ausblicke auf das neue Jahr. Aber auch angesichts zerfallender globaler Sicherheitsbündnisse und sich auch im eigenen Land ausbreitender antidemokratischer Kräfte könne die einzige Option, so Mathias Wagner, nur sein: „Jetzt erst recht!“ Und das Eintreten und Starkmachen für die eigenen Werte gelinge am besten in den Kommunen, rief er zum Handeln auf. Für 2026 forderte er aber auch „mehr Geld von Bund und Land für die Kommunen, und nicht nur sparen!“ Chancen für Kinder, also gute Bildung, verlässliche Mobilität und Klimaschutz gäbe es nicht umsonst, betonte Wagner eindringlich. Daran schloss sich Ayşe Asar inhaltlich an. Die Bad Cambergerin, zweifache Mutter und Juristin sowie ehemalige hessische Staatssekretärin, sitzt seit 2025 für die Grünen im Bundestag. Sie beschwor -angesichts einer immer bedrohlicheren geopolitischen Lage – das Einstehen für Ideen und Ideale, die Begeisterung auf zwischenmenschlicher Ebene. Kürzungen der Mittel und eine „falsche Setzung von Prioritäten“ erschwerten die Integrationshilfe der Neuankommenden, so die Politikerin. Und angesichts des immer schneller voranschreitenden Klimawandels forderte sie „mehr kluge Investitionen in die Zukunft und für grüne Ideen“. Diese seien „zukunftsentscheidend“ und „Zukunft kein Schicksal“. Als dritte Rednerin schloss sich Sarah Eufinger-Waldraff an. Sie sprach aktuelle Themen der Kommunalpolitik an, wie den Leerstand von Immobilien in der Kernstadt und die sich daraus ergebende Gefahr der Zersiedlung durch weitere Neubaugebiete, die infrage gestellte Förderung von Balkonkraftwerken, den Ausbau des Rad- und Fußwegenetzes im Stadtgebiet sowie die Digitalisierung der Verwaltung. Von der Stadt Bad Camberg als „Klimakommune“ forderte sie „mehr Mut für ökologisch sinnvolle Entscheidungen“.
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