GRÜNE beantragen Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler und Paul von Hindenburg

Die Grünen haben für die nächste Stadtverordnetenversammlung am 21. Dezember beantragt, dass in Bad Camberg die Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler und Paul von Hindenburg aberkannt wird.

Am 20. April 1933 wurden im Bayrischen Hof vom Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung in Dringlichkeitsanträgen Adolf Hitler und Paul von Hindenburg zu Ehrenbürgern der Stadt Camberg ernannt. Die Grünen sind der Ansicht, dass es gerade jetzt in Zeiten von zunehmendem Antisemitismus richtig ist, ein Zeichen für unsere historische Verantwortung zu setzen, so der Stadtverordnete Dieter Oelke. Der Verein Historisches Camberg und die Grünen wollten bereits in der Amtszeit von Bürgermeister Enzmann in der Angelegenheit aktiv werden, erhielten jedoch die Auskunft, dass die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod erlischt. Doch diese Aussage ist umstritten. Zahlreiche Städte haben Adolf Hitler und zum Teil auch Paul von Hindenburg posthum die Ehrenbürgerschaft entzogen. Dazu gehört auch Idstein.

Das Ehrenbürgerrecht gehört in die Zuständigkeit der Länder. In §28 (3) der Hessischen Gemeindeordnung heißt es: „Die Gemeinde kann das Ehrenbürgerrecht und die Ehrenbezeichnung wegen unwürdigen Verhaltens entziehen.“Es gibt keine Aussage darüber, dass die Ehrenbürgerschaft nach dem Tod erlischt.

Neben Adolf Hitler wird inzwischen auch die Rolle von Paul von Hindenburg kritisch bewertet. Viele Städte und Gemeinden haben ihre Hindenburgplätze und Hindenburgstraßen umbenannt.

Auslöser für den Antrag der Grünen war eine Veranstaltung des Vereins Historisches Camberg mit dem Titel „Das Jahrhundert der Kriege“, die am 22.11.2023 im Kurhaus stattfand. Der Historiker Dr. Peter Schmidt stellte unter diesem Titel zwei seiner neuen Bücher vor. In der Veranstaltung wurden auch die Camberger Ehrenbürger genannt: Adolf Hitler, Paul von Hindenburg, Caspar Hofmann und Heinz Schaus. Es wurde die Meinung vertreten, die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Hitler und Hindenburg hätte schon längst erfolgen sollen. Eine solche Aberkennung wäre aus Sicht der Grünen ein positives Signal aus Bad Camberg.



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